27. November 2017

"Frankreich ist mein Favorit"

WM-Botschafterin und Rekordnationalspielerin Grit Jurack analysiert die Mannschaften aus Gruppe A, die in Trier spielen werden Grit Jurack ist nicht nur Deutschlands-Rekord-Nationalspielerin (306 internationale Einsätze) und Rekordtorschützin im DHB-Trikot mit 1581 Toren, sondern war neben Kathrin Blacha die einzige Nationalspielerin, die bei beiden WM-Bronzemedaillen 1997 und 2007 auf der Platte stand. Wie 1999 wurde Jurack auch 2007 WM-Torschützenkönigin. Heute ist die dreifache Champions-League-Siegerin und fünffache Handballerin des Jahres offizielle Botschafterin der Frauen-Weltmeisterschaft 2017 in Deutschland.

Und das sagt Jurack (40), die in Hamburg im Juni auch die WM-Gruppen ausloste, über die Teams, die in Trier spielen.

Grit Jurack über…

Paraguay:
iel Spaß im Presidents Cup! Zu mehr wird es für diese international wenig erfahrene Mannschaft angesichts der starken Konkurrenz nicht reichen. Sie werden sich freuen, dabei zu sein und kommen um zu lernen.

Slowenien:
Auch wenn die Mannschaft von Uros Bregar Kroatien in der Qualifikation rausgeworfen hat, sehe ich eigentlich keine Chancen auf den Achtelfinaleinzug. Dieser Mannschaft fehlt die Breite im Kader - und am Ende der Vorrunde könnte es deswegen auch zu Problemen mit der Kraft kommen. Die Sloweninnen haben aber Zukunft, auch sie werden bei der WM viel lernen können.

Spanien:
2008 sind wir im EM-Halbfinale gegen Spanien gescheitert, an diese Partie kann ich mich noch gut erinnern, denn ich habe mir den Daumen gebrochen. Seither zählt Spanien zur Weltspitze, hat schon einige Medaillen gewonnen. In Deutschland sehe ich sie zwar im Achtelfinale, aber viel weiter wird es nicht gehen. Sie haben einfach nicht mehr die Stars von früher, und auch die Qualifikation gegen die Ukraine war einigermaßen holprig. In Gruppe A sortiere ich sie auf Rang vier ein.

Rumänien:
Bei den Rumäninnen dreht sich alles um Cristina Neagu, Erfolg oder Misserfolg hängen einzig von der Welthandballerin ab. Wenn es Trainer Ambros Martin schafft, ihre Belastung zu dosieren, dann haben sie Chancen, richtig weit zu kommen. So wie 2015, als sie mein früherer Klubtrainer Thomas Ryde sie zu WM-Bronze führte. Zwei Dingen könnten sich aber negativ auswirken: Erstens die riesige Erwartungshaltung, die in Rumänien herrscht und so zu Druck führt. Zweitens die Mentalität - eine Niederlage oder eine Schwächephase hat Rumänien schon häufig aus der Bahn geworfen.

Angola:
Mit ihrem herausragenden dänischen Trainer Morten Soubak und den physisch starken Spielerinnen sehe ich den Afrikameister in der Endabrechnung noch vor Rumänien. Ich drücke ihnen die Daumen, dass es endlich mal eine afrikanische Mannschaft bis ins Viertelfinale schafft. Aufgrund der physischen Spielweise könnte es hinten raus aber eng werden für Angola, denn so breit ist der Kader nicht besetzt. Dennoch gehe ich davon aus, dass sie im Dezember den einen oder anderen Großen schlagen werden.

Frankreich:
Mit der Heim-EM 2018 vor der Brust wird Frankreich unglaublich motiviert und gut vorbereitet in die WM gehen. Für mich ist die Mannschaft des sehr erfahrenen Olivier Krumbholz ganz klar der Favorit auf den Gruppensieg in Trier. Ich zähle Frankreich sogar zu den Topkandidaten auf den WM-Titel. Die wollen unbedingt Weltmeister werden. Frankreich ist eingespielt, verfügt in Amandine Leynaud über eine Top-Torhüterin und eine herausragende Defensive.

Wer die Welthandballerin in Trier sehen will: Für alle Spiele/Sessions sind noch Eintrittskarten erhältlich - der erste Spieltag am Samstag, 2. Dezember, wird allerdings bald ausverkauft sein. Tickets gibt es ab 7,50 Euro bei der Arena Trier, Tickethotline 0651-46290103, www.arena-trier.de, allen Eventim-Vorverkaufsstellen und unter www.germanyhandball2017.com

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