21. Juni 2017

Jennifer Souza startet in Leverkusen durch

Deutsche A-Jugend-Vizemeisterin, Bundesligapremiere bei den Frauen: Jennifer Souza, einst bei der HSG Wittlich, kann in Leverkusen auf eine großartige Saison zurückblicken.



Im Finale um die A-Jugend-Meisterschaft fehlte Leverkusen ein Tor. Gegen den Buxtehuder SV unterlag das Team um Jennifer Souza, hier beim Torwurf vom Kreis, mit 23:24. Foto: Ralf Kardes

Es ist der 9. April. Die A-Jugend von Bayer Leverkusen spielt ab 13 Uhr im Viertelfinale um die deutsche Handball-Meisterschaft gegen Borussia Dortmund. Die Werkselfen entscheiden das Rückspiel für sich und machen den Einzug ins Final-Four perfekt. Die Spielerinnen feiern, auch Jennifer Souza, die gegen den BVB drei Tore erzielt hat. Aber Souza muss nach diesem Erfolg schnell wieder Konzentration aufbauen, denn rund anderthalb Stunden nach der Schlusssire beginnt in der Ostermann-Arena direkt die nächste Partie. Es ist ebenfalls eine in der höchsten deutschen Spielklasse, diesmal allerdings bei den Frauen, und für die 17-Jährige eine ganz besondere. Zum ersten Mal steht sie an diesem Nachmittag bei der ersten Bayer-Mannschaft auf dem Spielbericht. "Es war bereits eine kleine Ehre für mich auf der Bank zu sitzen, und dann hat Trainerin Renate Wolf mir fünf Minuten vor dem Spielende gesagt, ich soll mich bereit machen für meinen Einsatz. Ich war in dieser Situation so aufgeregt, aber unsere Trainerin hat mich beruhigt, gesagt, dass sie weiß, was ich kann. Sie und meine Mitspielerinnen haben mir mit ihrer Unterstützung die Angst etwas falsch zu machen genommen", erzählt die Debütantin von damals, die bei ihrem zweiten Einsatz gegen Celle dann endgültig in der Bundesliga angekommen ist, als sie ihren ersten Treffer erzielte. Souza hat die Situation noch genau vor Augen: "Ein langer Ball von Amelie Berger, dann mein Wurf und diese große Erleichterung."
Die Saison zeigte 2016/17, dass das Talent der Jugendnationalspielerin, die im Sommer 2015 von der HSG Wittlich ins Leverkusener Internat wechselte, gefragt ist. In drei TSV-Teams kam sie zum Einsatz: 20 von 22 Partien der Reserve bestritt sie in der 3. Liga West, im Saisonfinale kamen fünf Erstligaeinsätze hinzu und mit der A-Jugend kam sie auf dem Weg ins Finale noch einmal auf elf Einsätze. "Ich habe mich in dieser Saison auch durch die vielen Einsätze verbessert und weiterentwickelt. Die Spiele in der zweiten Mannschaft kamen mir auch bei der A-Jugend zugute", erzählt Jennifer Souza.
Mit dem ältesten Nachwuchs stand sie wie bereits ein Jahr zuvor im Endspiel um die deutsche Meisterschaft. In Buxtehude griff der Elfen-Nachwuchs nach dem Titel und musste sich erneut im Endspiel geschlagen geben. Der SV Buxtehude, der Verein gegen den Jennifer Souza am 9. April ihre Erstliga-Premiere feierte, setzte sich knapp mit 24:23 durch. Da halfen auch ihre sechs Tore nicht. "Die Enttäuschung war nach der Niederlage megagroß. In diesem Spiel haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben. Trotzdem können wir stolz auf unsere Leistungen sein. Jeder denkt immer, Leverkusen muss ins Finale oder sogar den Titel holen, aber das ist bei weitem nicht selbstverständlich", erzählt die 17-Jährige, dass sich ihr Team immer wieder mit der Favoritenrolle konfrontiert sieht. Was mit dem Meistertitel noch nicht geklappt hat, kann aber noch werden. Jennifer Souza hat ein weiteres A-Jugend-Jahr vor sich und will in der Saison 2017/18 in ihrem dritten Anlauf auch den letzten Schritt gehen. Es wird ein Jahr mit noch weiteren großen Herausforderungen. Die junge Wittlicherin hat ihr Abitur vor Augen. Welchen Weg sie danach einschlagen will, weiß das Ausnahmetalent noch nicht. "Vielleicht absolviere ich ein paar Praktika, um zu sehen, was mir gefällt." Und zu diesem Zeitpunkt ist sie vielleicht ja dann auch Deutsche A-Jugend-Meisterin.

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