15. Juni 2017

Moritz Körnert will beim Deutschen Meister seine Chance nutzen

In wenigen Wochen beginnt für Moritz Körnert eine große Herausrforderung: Der 15-Jährige aus Welling wechselt aus Mülheim ins Internat der Füchse Berlin. Moritz Körnert will es ganz nach oben schaffen.


Viele Menschen packen in den Sommerferien ihren Koffer. Den Urlaub am Meer genießen, die Seele baumeln lassen. Auch Moritz Körnert wird in wenigen Wochen seine Sachen zusammenräumen und verstauen, allerdings nicht für eine Reise in den Süden. Moritz Körnert bricht auf zu neuen Ufern. Noch ist das idyllische Eifeldörfchen Welling mit 950 Einwohnern seine Heimat, schon bald wird es die Bundeshauptstadt mit über 3,5 Millionen Menschen sein.

Moritz Körnert will Handballprofi werden und hat seine Zukunft im Internat der Füchse Berlin. Dass ihm der Schritt zum großen Traum nur in einem entsprechenden Umfeld gelingen kann, weiß der 15-Jährige. "Es war für mich eine schwierige Entscheidung die Heimat zu verlassen, aber ich will es unbedingt schaffen, weil ich diese Möglichkeit wahrscheinlich nie wieder bekomme", betont der begabte Rückraumspieler. Körnert sagt adé zur heimischen Umgebung, zu seinen Freunden, zum vertrauten Umfeld, um seinem großen Wunsch auf die Sprünge zu helfen.

Der Weg wird steinig, aber die Voraussetzungen stimmen beim Teenager, der in der zurückliegenden Saison für JH Mülheim/Urmitz spielte. Er bringt das Talent mit, den Willen und genießt die notwendige Unterstützung des Elternhauses.

So kam die Familie nach intensiven gemeinsamen Gesprächen zu dem Entschluss, dass Moritz seine Chance bekommen soll. Eine Tendenz war schnell klar: Es soll Berlin sein. Die Körnerts haben ihre Wurzeln im Osten der Republik, Moritz‘ Großmutter lebt noch heute im Großraum der Spreemetropole, sodass das Heimatgefühl nicht ganz abhandenkommt.

Einen ersten Kontakt zu den Füchsen stellte der rheinland-pfälzische Landestrainer Marcel Trinks, der gute Kontakte zu Berlins Manager Bob Hanning und Jugendkoordinator Volker Zerbe pflegt, als sportliche Unterstützungshilfe her.

"Berlin steht für eine erstklassige Ausbildung von Jugendspielern. Diese Anlaufstelle kann man vielversprechenden Talente besten Gewissens empfehlen", betont Trinks. Hanning und Zerbe gaben dem jungen Wellinger eine Chance, sich zu zeigen. Moritz Körnert erhielt eine Einladung zum einwöchigen Vorspielen. Eine Woche lang alles geben, und der große Traum rückt einen Schritt näher. Dem Rheinland-Talent gelang es, und so kann er glücklich behaupten: "Sie haben mich angenommen."

Mit dieser Zusage wird sich das Leben von Moritz Körnert verändern. Morgens Schule und abends Training war gestern, Internat in Berlin ist morgen. "An zwei Tagen in der Woche habe ich frei, die Anzahl der Schulstunden pro Tag reduziert sich auf zwei bis vier, dafür kommt intensives Training dazu.

In Berlin kümmert man sich um alles hervorragend, die Spieler bekommen alle Möglichkeiten geboten. Wir müssen dafür aber auch alles geben - sowohl schulisch als auch sportlich", weiß er bereits, was ihn erwartet. Wie ein 15-Jähriger wirkt dieser Moritz Körnert nicht. Er kommt einem wesentlich reifer vor, weiß was er will und was er dafür tun muss.

Schon als C-Jugendlicher war er in der Mülheimer B-Jugend-Oberliga-Mannschaft ein Leistungsträger und schaffte es bei der Sichtung des Deutschen Handball-Bundes im März aus dem jüngeren 2002er-Jahrgang direkt ins Perspektiv-Team. "Moritz ist höchstengagiert wie man es nur selten sieht und besitzt ein enormes Entwicklungspotenzial. Ich bin von seinem Werdegang überzeugt", traut RLP-Landestrainer Marcel Trinks seinem Noch-Schützling zu, sich auch in der Fremde behaupten zu können. Auch, weil er mit der richtigen Einstellung und dem nötigen Respekt die neue Aufgabe angeht. "Der Sprung wird ziemlich groß sein, aber ich sehe Perspektiven. Ich gehe nicht nach Berlin, um später einmal in der 3. Liga zu spielen, sondern, um es ganz nach oben zu schaffen."

Ganz oben ist der Hauptstadt-Klub mit seinem Nachwuchs bereits. Die A-Jugend verpasste unlängst die Deutsche Meisterschaft nur hauchdünn gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen, die B-Jugend, in die Moritz Körnert einsteigt und mit der er im kommenden Jahr an der Schul-Weltmeisterschaft in Katar teilnehmen möchte, feierte gegen die SG Kronau/Östringen den Endspielerfolg und sicherte sich den Titel. "Diese Erfolge belegen die Vorreiterrolle der Berliner in Deutschland mit ihrem Internat und dessen klarer Struktur", betont Trinks. Ein Tag bevor sich Körnerts künftige Teamkollegen im Badischen zum Meister krönten, gab der Wellinger in Vallendar beim Andreas-Hahn-Pokal seine Abschiedsvorstellung in der Rheinland-Auswahl mit 13 Toren in drei Partien. "Ich war teilweise etwas übermotiviert", sagt er selbstkritisch. Aber auch diese Qualität muss man mitbringen, um dahinzukommen, wo Moritz Körnert hin möchte: ganz nach oben.

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